Kräuter und Gewürze

Kleine Warenkunde und Anbautipps für:

Basilikum
Berg-bohnenkraut
Bohnenkraut

Currykraut
Dill
Estragon
Kerbel
Koriander
Liebstöckel
Lavendel
Majoran
Oregano
Petersilie
Pfefferminze
Rosmarin
Salbei
Schnittlauch
Thymian
Waldmeister
Zitronenmelisse
 
Kräuter haben viele Gesichter und Dank ihrer unzähligen Verwendungsmöglichkeiten sind sie aus keinem Haushalt mehr wegzudenken. Ob in getrocknetem oder frischem Zustand als Heil- Gewürz- und Teepflanzen; eingelegt in Essig und Öl oder einfach nur als Blickfang auf der Fensterbank leisten sie dem Menschen schon seit langer Zeit wertvolle Dienste.
Wer einen Kräutergarten besucht kann sich an seiner Arten- und Formenvielfalt erfreuen und sich durch bizarre Blüten und aromatische Düfte bezaubern lassen. Jeder Sinn wird angesprochen und für das Gehör summen die von den Blüten in Scharen angelockten Insekten.
 

Basilikum
(wärmeliebend)

Keimt und wächst nur bei Temperaturen über 16°, auch später sollten die Temperaturen nie unter 10° fallen. Sonnige Lage. Warmer, humusreicher, lockerer, sandiger Boden, ausreichende Feuchtigkeit vonnöten, immer regelmässig giessen und düngen wie bei Starkzehrern. Vor Regen und Zug schützen, nicht Blätter benetzen. Nur Kompostdüngung, alle vier Wochen Brennesseljauche. Starkes Aroma nur durch lange Sonneneinstrahlung, im Winter ist es nur wenig aromatisch. Frisch verwerten, einfrieren in Eiswürfel oder in Öl konservieren. Die Eiswürfel erst kurz vor Verwendung auftauen. Am aromatischsten ist die Pflanze früh morgens im Sommer. Frostempfindlich, deshalb ggf. in einen Topf umquartieren und auf einer hellen Fensterbank bei 15 - 20° nach Rückschnitt weitertreiben. Basilikum immer mit der Schere schneiden, nicht hacken. Blüten (8 - 9) und Blätter (Sommer) werden in der Küche verwendet. Für Bohnengerichte, Fisch-, Fleisch- (Hackfleisch, Hammel) und Gemüsegerichte, auch fette, (Weich-)Käse, Kartoffelgerichte, Linsengerichte, grüne Salate, Suppen, Tomatensossen und -suppen, Tomatenpizzen, Vorspeisen, vor allem in der südlichen Küche gebräuchlich (Pesto), auch als Basilikum-Essig. Niemals mitkochen lassen, immer zuletzt zugeben. Sparsam verwenden. - Das Aroma lässt sich schlecht konservieren, am besten geeignet sind Ölauszug, Essigauszug und Einfrieren.

Bergbohnenkraut (winterhart)

Winter- oder Bergbohnenkraut Satureja montana und S.m. ssp. citiodora sind ausdauernde Halbsträucher, Blätter nicht behaart. Die Wirkung ist nahezu gleich, jedoch ist es in der Qualität des Aromas besser als das Sommerbohnenkraut. Es ist feiner und stärker. Verschiedene Höhen, von 30 bis 60 cm. Das Bergbohnenkraut ist anspruchsloser, verträgt aber keine Staunässe, zieht kalkhaltigen Boden vor, Dränage erforderlich. Haupternte kurz vor und in der Blütezeit. Am besten für den Winter ganze Zweige abschneiden. Nach Mitte 8 Bergbohnenkraut nicht mehr düngen und schneiden, damit das Kraut ausreifen kann. Im Frühjahr zurückschneiden, aber nicht in das alte Holz schneiden. - Nur zurückhaltend düngen.

Bohnenkraut (einjährig)

Sommerbohnenkraut Satureja hortensis ist einjährig bei uns, behaart, Lippenblütler. Bohnenkraut wirkt antiseptisch. Mischkultur mit Ringelblumen und Zwiebeln, als Schutzpflanze für Bohnen und Kohl gegen Läuse, von Möhren gegen die Möhrenfliege. Verbessert den Geschmack der Bohnen und fördert deren Wachstum. Es wirkt günstig auf Rote Bete und Salate. -  Mottenabwehrend. Gesammelt wird während der Blüte. Sonst kann man die frischen Blätter jederzeit verwenden. Die Zweige werden etwa 2 cm über dem Boden abgeschnitten. Sie wirken antiseptisch. - Aus gleichen Teilen Bohnenkraut, Basilikum und Rosmarin kann man einen Diät-"Pfeffer" mischen, z.B. zum Würzen von Käse. Sonst wird es angewendet bei dicken und weissen Bohnen, Kichererbsen und Linsen. Weiterhin für Aal, Braten (Lamm- und Schweinefleisch), Bratkartoffeln, Eintöpfe, Fleischaufläufe, Frischkäse, eingelegte Gurken, Hummer, Kopfsalat, Marinaden, Rosenkohl, Salate, Salzstangen, Sauerkraut, Suppen,Wurst. Es kann auch gut Oregano oder Speisesalz ersetzen, wenn dieses ärztlich verboten ist.

Currykraut
(winterhart)

Helichrysum italicum. Würzkraut, eigentlich eine Strohblume. Erde mager, trocken, wasserdurchlässig. Auch zur Beeteinfassung geeignet. Bitter, deshalb nur wenig Kraut dem Essen beigeben, 5 Minuten vor Fertigstellung des Gerichts. Die nadelartigen Blätter duften nach Curry. Blüte gelb, danach ist ein Rückschnitt erforderlich, späterstens im Frühjahr. Im Sommer trocken halten. Wärmeliebend, in harten Wintern nicht ausreichend frosthart, deshalb mit Fichtenreisig schützen. Für Wok-Gerichte geeignet, Frühlingsrollen und Suppen.

Dill
(einjährig)

Einjähriger Doldenblütler. Teilsonniger, feuchter, windgeschützter Standort, keine Staunässe. Auch für mageren Boden geeignet, Kompost verbessert aber erheblich den Ertrag. Bodenbedeckung durch Mulch oder Mischkultur. Phosphor ist notwendig. Wassermangel darf nicht entstehen. Im nächsten Jahr sät er sich von selbst aus, wenn er bis zur Samenreife stehen bleibt. Bei 20 cm Höhe kann erstmals geerntet werden. Niemals verpflanzen wegen der Pfahlwurzel. Nicht kochen oder erhitzen. - Enthält im Kraut Beta-Karotin, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Schwefel, Vitamin C, im Samen ist mehr äther. Öl, vor allem Carvon, Anethol, Apiol und Myristicin. Dill wird verwendet für Fischspeisen und Meeresfrüchte, Fleischgerichte (z.B. in Sahnesosse), Gurkengerichte, Kartoffelsalat, Rührei, Tomaten,  und Salate, zu Avocados. Zum Einlegen von Gurken und Kürbissen. Auch als Dillessig gebräuchlich. Kohlgerichte werden mit Dill leichter verdaulich. Niemals kochen. Getrockneter Dill verliert viel von seinem Aroma. Besser ist Einfrieren.

Estragon (winterharte Staude)

Sonnige oder lichte, halbschattige, windgeschützte, warme Standorte. Lockerer, tiefgründiger Boden, nährstoff- und kalkreich, feucht, aber nicht zu feucht. Bei trockenem Stand wird er bitterer. Nur mit frischem Wasser giessen. Höhe 60 - 150 cm. Nur die Triebspitzen bzw. die jungen Blätter verwenden. Das Aroma ist am intensivsten nach längerer Standzeit und bei Knospenbildung. Dann auch zur Konservierung abernten. Mischkultur: Bohnen, Gurken, Liebstöckel, Spinat. Ungünstig ist Petersilie als Nachbar. Rote Bete wird stark im Wuchs behindert. Im Winter mit Fichtenreisig, Laub oder Stroh abdecken. Muss im Alter öfters geteilt werden, nach dem 4. Jahr versetzen. Bildet Ausläufer. Konservierung in Öl oder Essig, bei Trocknung geht ein Teil des Geschmacks verloren. Estragonessig wird vor allem für Salate, zum Einlegen von Gurken, Heringen und Kürbis. Die frischen Kräuter finden Verwendung für Ente, Fisch aller Art, Lamm, Spargel, Rührei und Steaks

Kerbel
(einjährig)

Halbschatten oder Sonne, warme Lage, keine Prallsonne. Im Halbschatten blüht der Kerbel später. Feuchter, lockerer, humoser, tiefgründiger Boden ist günstig. Am besten schmecken die jungen Triebe, deshalb Pflanzen immer wieder kräftig zurückschneiden. Werden die Knospen abgeschnitten, kann weiter geerntet werden. m Winter auf der Fensterbank weiterkultivieren, er verliert beim Trocknen, Einfrieren und Erhitzen einen Teil seines Aromas. Unverträglich mit Garten- und Kapuzinerkresse, Koriander, Petersilie und Rucola. Verwendung frisch für Fisch, Fleisch, Geflügel, Gemüse, Gurkensalat, Kopfsalat, Omelettes, Tomatensalat. Kräuterbutter. Kerbel(rahm)suppe. Sandwiches, auch als Garnitur statt Petersilie.

Koriander
(einjährig)

Boden feucht, humos. Sonne oder Halbschatten. Höhe 50 cm. Mischkultur mit Anis, Bohnenkraut, Borretsch, Erdbeeren, Frühkartoffeln, Gurken, Kamille, Kapuzinerkresse, Kohl(rabi), Möhren, Pastinaken, Roter Bete, Salat und Zwiebeln. Unverträglich sind Fenchel, Gartenkresse, Petersilie und Rucola. Verwendung beim Brotbacken, Kompott, Lebkuchen, Spekulatius. Für deftige Bohnen-, Erbsen- Linsengerichte; Fisch- und Fleischsossen; konservierte Gurken, Kürbisse, Rote Rüben. Bestandteil mancher Curry-Sorten. - Der Duft der Blüte lockt viele Nützlinge wie Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Wildbienen an, er vertreibt Kohlblattläuse und Kohlweisslinge.

Lavendel
(winterharte Staude)

Lavandula angustifolia. Lippenblütler. Halbstrauch. Sonniger, windgeschützter Standort. Leichter, ziemlich kalkhaltiger, lehmig-humoser oder sandiger, kalkhaltiger, auch steiniger Boden mit gutem Wasserabzug. Im feuchten, sauren Milieu gedeiht er nicht. Vor der ersten Blüte zurückschneiden, damit er buschiger wird. In den folgenden Jahren nach der Blüte leicht zurückschneiden, dann entfalten sich noch die Seitenknospen. Sonst Rückschnitt der Blüte sowie des Krautes um 2 cm und ein starker Rückschnitt im nachfolgenden Frühjahr, damit er nicht von unten verholzt. Rückschnitt nach mehreren Jahren um ein Drittel. Lavendel benötigt dringend Kalk, etwa alle 1 - 2 Jahre. Geerntet werden die Blüten sofort nach Öffnung. Winterschutz mit Reisig in rauen Lagen, ggf. im Winter bei offenem Boden giessen, damit er nicht bei Bodenfrost mit Sonnenschein vertrocknet. Der Lavendel kann im Frühjahr auf die harte Rinde im März zurückgeschnitten werden. Die jungen Triebspitzen können den ganzen Sommer über geschnitten und als Gewürzkraut verwendet werden, die Blüten enthalten kurz vor dem Aufgehen die höchste Konzentration an äther. Ölen und sind im knospigen Zustand am aromatischsten. Für Süssspeisen und Kräutertees sind die längst abgeblühten Ähren am besten geeignet. Sträusse zum Trocknen werden mit samt Stängel abgeschnitten, wenn die untersten Blüten sich öffnen. Mit Bindfaden festbinden und mit den Blüten nach unten zeigend aufhängen. Lavendel ist gut verträglich mit Bergbohnenkraut, Bergminze, Elfenspiegel, Heiligenkraut, Leinkraut, Nachtkerzen, Oregano, Pelargonien, Rosen, Rosmarin, Sonnenröschen, Teppichphlox, Thymian, Wolfsmilch, Ysop. Einen guten Kontrast bildet auch gelbe Schafgarbe.

Liebstöckel
Maggikraut (winterharte Staude)

Sonnige bis halbschattige Lage als einzelnstehende Staude. Höhe bis zu 2 m. Lockere, feuchte, tiefgründige, humusreiche Lehmböden. Viel Kompost und org. Dünger. Mulchen. Staunässe meiden. Vermehrung durch Teilung (Spätherbst oder Frühjahr, jedes Teil braucht eine nicht beschädigte Triebspitze) Abstand von anderen Liebstöckelpflanzen 60 cm, Abstand von anderen Pflanzen 1,5 m. Frosthart. Die Blätter werden zum Würzen von Erbsensuppe, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Geflügel verwendet, ausserdem für Brühen, Gemüsesuppen, Hackfleischgerichte, Kräuterbutter und Sossen. Die Blätter und die Wurzel müssen mitgekocht werden. Auch zum Tieffrieren und zum Konservieren in Essig geeignet.

Majoran
(winterfest)

Boden leicht, humos, durchlässig, kalkhaltig. Düngung mit Kompost. Höhe 30 - 40 cm. Verträgt angewachsen auch Trockenheit, aber schlecht Feuchtigkeit. Ungünstig als Nachbarn sind Thymian und Basilikum, letzteres kümmert. Die blühenden Spitzen ernten, sobald sich Knospen zeigen, bester Zeitpunkt morgens früh oder abends, etwa 10 cm über der Erde. Die jungen Blätter und Triebspitzen verwenden, in den Knospen und in den frischen oder getrockneten Blütenköpfen ist die meiste Würzkraft enthalten. Gewürz für Fasan, Fisch, Fleisch (fette Braten, Grill- und Hackfleischgerichte, Leberknödel, Leberwurst, Salami, Spanferkel, Zunge), Gemüse, Gemüseeintöpfe mit Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Kartoffelpuffer, fette Bratkartoffeln, Knödel, Pizzen, Tomaten- und Zwiebelgerichte. Er hat das lieblichste Aroma aller Origanumarten, auch in Mexiko unerlässlich. Kräutermischung mit Knoblauch und Thymian. - Er kann mitgekocht werden.

Oregano
wilder Majoran Staudenmajoran
Dost
(winterharte Staude)

Sonniger, geschützter, warmer Standort. Kalkhaltiger, lockerer Boden, trocken. Kompost. Staunässe führt zu Fäulnis. Der wilde Majoran oder Dost ist eine ausdauernde Staude mit vierkantigem Stängel, bis 50 cm hoch. Die Pflanze ist drüsig behaart, die gegenständigen elliptischen Blätter mit glattem Rand werden nach oben zu immer kleiner. Er schmeckt in der Sonne am aromatischsten. Im Spätsommer zurückschneiden und Im Winter abdecken mit Reisig. Verwendung in der Mittelmeerkost als Würzkraut für Nudelgerichte, Fleischmahlzeiten, Salate, Pizzen, Tomatensossen. Eingelegte Auberginen, Peperoni, Zucchini usw. sowie Caprese werden damit gewürzt.

Petersilie
zweijährig
frosthart

Sonnige, besser halbschattige Lage. Neutraler, lockerer, durchlässiger Boden, nährstoffreich, aber altgedüngt, kalkhaltig und feucht. Ungünstige Nachbarn: Estragon, Garten-/Kapuzinerkresse, Kerbel, Kopf- und Pflücksalat, Koriander und (Schnitt-)Sellerie. Keine Vor- und Nachkulturen von Petersilie, die mit sich selbst unverträglich ist, und von anderen Doldenblütlern wie Dill, Fenchel, Kerbel, Möhren, Pastinaken und Sellerie. Mindestens Dreijahresabstand einhalten. Petersilienblätter können getrocknet (aber wenig ratsam) und eingefroren werden. Im gefrorenen Zustand zerfallen sie durch Drücken in kleine Teilchen, wenn man sie in einem Plastikbeutel eingefroren hat. Die Wurzeln sind ungeniessbar. Die Blätter niemals erhitzen. Petersilie kann man noch lange ernten bis in den Winter hinein. Durch Vlies oder Folienabdeckung kann diese Zeit noch weiter ausgedehnt werden. Die Blätterstängel immer ganz unten abschneiden, die inneren Herzblätter stehen lassen.. -  Für den Winter kann Petersilie eingefroren oder in Essig konserviert werden, Trocknung ist weniger geeignet. Die Petersilie wird für viele Gerichte verwendet: Eier-, Fisch-, Fleisch-, Geflügel-, Kartoffelgerichte, Kräuterbutter, Muscheln, Nudel-, Reisgerichte, Salate, Sossen, Suppen und Marinaden. Sie wird immer zum Schluss beigefügt.
 

Pfefferminze
winterhart

Nicht zu sonnige, warme Lage, vor Gehölzen auch leicht schattig. Leichter, humusreicher, kalkiger Lehmboden, auch moorig, feucht. Wärme fördert das Aroma, Hitze ist unbekömmlich. Breitet sich schnell aus und verdrängt alle anderen Pflanzen. Wucherung kann eingedämmt werden durch Bepflanzen von Töpfen oder Eimern ohne Boden oder breiten Brettern im Quadrat, die in den Boden eingelassen werden. Nach Schnitt schnell trocknen, nicht über 35°, und in einem gut schliessenden Behälter aufbewahren. Feuchtigkeit macht sie unwirksam. Im Winter mit Fichtenreisig gegen Kahlfröste schützen. Bastardpflanze, nach zwei Jahren droht Rückkreuzung. Deshalb alle zwei Jahre umpflanzen, auch weil Krankheiten drohen. Pfefferminztee wird gern an heissen Sommertagen getrunken. Als Gewürz verbessert sie den Geschmack von Fisch, Frischkäse, Gurken, Lamm, Salaten, Sossen, Suppen, Tomaten.

Rosmarin
frosthart

Vollsonnige, geschützte warme Lage vor einer Südwand, die Pflanze jedoch vor der Morgensonne im Frühjahr schützen. Lockere, humusreiche, trockene, sandige Erde mit Kalk oder kalkhaltigen Steinchen, Dränage vorsehen. Nicht ins alte Holz schneiden. Sparsam giessen. Im Sommer können Blüten und Blätter geerntet werden, ab 7/8 Wintervorrat anlegen, aber nicht zuviel auf einmal abschneiden. Blüten nur für sofortigen Bedarf nutzen. Ganze Triebe abschneiden, kopfüber luftig und schattig aufhängen und schonend trocknen. Dann am besten in diesem Zustand in grossen dunklen, abschliessbaren Gefäss aufbewahren und erst vor Gebrauch zerkleinern, damit das ätherische Öl nicht durch den Luftsauerstoff ranzig wird. Im Sommer ausreichend giessen, ab 8 nicht mehr düngen, nur wenig giessen, damit das Holz ausreift. Nicht zuverlässig frostbeständiges Kraut, wird deshalb meistens in Töpfen kultiviert mit normaler Blumentopferde. Im Winter sehr hell und kühl (0 - 10°) stellen, mit feuchter Luft, sonst Gefahr von Schadinsekten und Bildung von unerwünschten Wintertrieben. Der Ballen darf nicht austrocknen. Im Frühjahr umtopfen in einen grösseren Topf. Optimal ist Überwinterung im Kalthaus. Alternative für Überwinterung im Freien: Mit zusätzlicher Erde Wurzelhals schützen, den Topf in einen Korb stellen und mit trockenem Laub auffüllen. Fichtenzweige an den inneren Korbrand stecken und über dem Rosmarin wie eine Kuppel zusammenbinden. Sobald die Frühjahrssonne an Kraft gewinnt, den Winterschutz beseitigen, um Fäulnis zu verhindern. Aber erst langsam wieder an die Sonne gewöhnen. Gute Nachbarn sind Rosen, Salbei, Schnittlauch und ein Standort zwischen Stauden. Dieses Gewürz ist wichtig für die Küche des Mittelmeers. Rosmarin muss, am besten ein ganzer Zweig, kurze Zeit mitkochen. Sparsam verwenden. Käse mit Rosmarin ist bekömmlicher und schmeckt besser. Gewürz für Brühen, Grillgerichte, Kartoffelaufläufe, Eintöpfe, Geflügel, Gemüse, Kaninchen, Kartoffeln, Lamm, Spaghettisossen, Suppen, Tomatengerichte, Pilzgerichte, Fischgerichte, Marinaden, gekochte Eier, Schalentiere. Auch als Rosmarin-Essig oder -Öl in Gebrauch. Passt zusammen mit Knoblauch für viele Gemüse aus dem Süden. Antibakteriell, konserviert deshalb. Fördert Fettverdauung. - Bestandteil der Mischung 'Kräuter der Provence'.

Salbei
(winterhart)

Immergrüner Halbstrauch. Warm, sonnig, aber nicht heiss z.B. vor Hauswänden, windgeschützt. Trockene, fruchtbare Erde, aber durchlässig, kalkhaltig, evt. mit Dränage. Abstand 30 x 40 cm. Um die Pflanze herum eine Kiesschicht zur Wärmespeicherung ausbringen. Blätter meistens graugrün. Blüte 6 - 9, Höhe 20 - 70 cm. Ernte der Blätter nach Verdunsten des Taues vor der Blüte für den Winter, nach Mitte August nicht mehr schneiden und düngen, damit das Kraut ausreifen kann. Nicht in das verholzte Kraut schneiden, nur im belaubten Bereich. Winterhart nur in milden Lagen, sonst mit Laub oder Reisig abdecken. Direkt nach der Blüte die Triebe um die Hälfte einkürzen, ggf. im Frühjahr nochmals etwas zurückschneiden, damit sie besser austreiben. Salbeiblätter werden vielfach als Gewürz verwendet, vor allem auch im Mittelmeerbereich: Für Aal, Saltimbocca, Bohnen-, Eintopf-, Fisch-, fette Fleisch-, Nudelgerichte, Puter, Leber, Hammel, Suppen, Bratensossen, Quarkspeisen, Wild, Geflügel., Eier, Gemüse, Salate. Man sollte ihn fast immer allein verwenden, da er andere Gewürze unterdrückt. Vor allem die oberen Blätter sind aromatisch. Speisen mit Salbei sind länger haltbar.

 

Schnittlauch
winterfest

Warme, feuchte, humusreiche, sonnige Lagen, möglichst sandige Lehmböden, kalkhaltig. Teichnähe ist vorteilhaft. Regelmässig giessen. Häufig schneiden, aber etwa zwei Fingerbreit über dem Boden belassen. Niemals ausrupfen. Für den Winter kann man einen Schnittlauchballen im Herbst ausgraben, einige Wochen einschlagen, dann 16 Stdn. in warmes Wasser von 45° legen, in einen Topf pflanzen und im (hellen) Zimmer aufstellen. Durch die Wärmebehandlung schlägt er schnell aus. Die Temperatur sollte 15° nicht viel überschreiten, sonst werden die Schloten weich und gelb. Oder ihn eingetopft im Freien stehen lassen, bis es friert, und dann ins Haus holen. - Alle 3 - 4 Jahre umpflanzen. Verwendung für Salate aller Art, auf Butterbrot, Quark, Tomaten, Weichkäse; zusammen mit Fisch, Omelette, (neuen)Kartoffeln und gegrilltem Fleisch; in Sahnesosse.

Thymian
winterhart

Reichblühende, immergrüne Polsterstaude, für Gewürz und Beet. Sonne, für heisse und trockene Lagen. Boden trocken, durchlässig-sandig und etwas Humus, beim echten Thymian (Thymus vulgaris) zusätzlich Kalk. Im Sommer können die Triebe (1/3 bis 1/2) nach Verdunsten des Taues kurz vor der Blüte geerntet werden, für den Winter ganze Zweige abschneiden und kopfüber trocknen. Kann gut im Steingarten oder zwischen Heide stehen, auch als Wegeinfassung geignet. Thymian mit seinen vielen Sorten kann Aufnahme im Duftgarten finden. Es gibt über 20 Thymianarten, die aus dem Süden kommenden brauchen im Winter Frostschutz (Fichtenreisig). Auch Übersiedlung in die Wohnung ist möglich, sobald die Witterung im Herbst umschlägt. Im Frühjahr bis in das alte Holz zurückschneiden. Alle 2 - 3 Jahre Thymian durch Teilung verjüngen. Getrockneter Thymian hat die dreifache Gewürzkraft wie frischer. - Vorsicht für Kreuzallergiker. - Unterdrückt Mundgeruch (Knoblauch). -  Kann als Ersatz für Kochsalz eingesetzt werden: Mischung aus Majoran/Basilikum mit etwas Thymian und Rosmarin. Thymian unterstützt die Verdauung fetter Speisen aller Art, z.B. Bratkartoffeln. In der Mittelmeerküche unentbehrlich, oft zusammen mit Knoblauch, Oliven und Tomaten oder mit Basilikum und Lorbeer. Ausserdem für Bohnengerichte, Braten (Hammelfleisch, Rind, Wild), Eierspeisen, Fisch, Fleischgerichte aller Art, Grünkohl, Hackbraten, Hülsenfrüchte, Innereien, Käse, Linsengerichte, (Geflügel-)Marinaden, Möhren, Pasteten, Pizza, Salate, auch Obstsalate, (Gemüse-)Suppen, Waldpilze, Wurst. Thymian kann gekocht werden, man sollte ihn aber zurückhaltend anwenden.

Waldmeister
winterhart

Er kann auch im Garten angebaut werden. Ein schattiger, humoser und feuchter Platz ist für ihn günstig. Unter Haselbüschen, Obststräuchern oder Ziergehölzen fühlt er sich wohl und breitet er sich aus. Keinesfalls der Sonne aussetzen. Er enthält Cumaringlykoside, die auch für den Duft verantwortlich sind, aber auch für seine relative Giftigkeit. Durch Trocknung bildet sich Cumarin. Kurz vor der Blüte ernten, etwas über Nacht anwelken lassen und dann für den Maiwein verwenden: Etwa 1/2 Stunde lang das Kraut in Wein hängen und ziehen lassen. 1 Bund reicht für 1 l trockenen Weisswein, ggf. Sekt nachfüllen. Blüte weiss, 5, Höhe 30 cm. Die getrockneten Pflanzen können als Duftkraut z.B. für die Wäsche genutzt werden. - Aus den Schnittstellen des Krautes tritt Cumarin heraus, das Speisen bei Berührung bitter werden lässt. - Bei normalem Genuss ist das Cumarin unschädlich, bei Missbrauch können Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel und Atemlähmung eintreten.

Zitronenmelisse
winterhart

Sonniger, warmer, windgeschützter Platz. Sandiger, aber humoser, nährtoffreicher Boden. Ausreichende Feuchtigkeit. Viel Kompost. Pflanzabstand ca. 40 x 40 cm. Ernten bei Beginn der Blüte nach Verdunsten des Taues. Schonend im dunklen Raum trocknen. Frostschutz durch Fichtenreisig. ann gut Zitronensaft ersetzen. Verbessert das Aroma von Obstdesserts, Bowlen und Fruchtspeisen. Für Aal, Eintöpfe, Fischgerichte, Fleischgerichte, Frischkäse, Marinaden, Milchgerichte, Omeletts, Pilzgerichte, Salate, (Kräuter-)Sossen, Suppen, Süssspeisen, Wildbraten. Würzt weiche Käsesorten. - Nur frisch verwenden. - Auch als Beigabe bei Kräuteressig gebräuchlich.