Gemüsepflanzen

Vor allem im Frühjahr halten wir für Sie eine reiche Auswahl
gesunder Gemüsejungpflanzen bereit

Kleine Warenkunde und Anbautipps für:

Artischocken
Auberginen
Blumenkohl
Brokkoli
Eisberg Salat
Grünkohl
Gurken
Kartoffeln
Knollen Sellerie
Kohlrabi
Kopfsalat
Kürbis
Lollo
Paprika
Rhabarber
Rosenkohl
Rotkohl
Tomaten
Weißkohl
Zucchini
 
 

 

Artischocken

Die Artischocke ist eine mehrjährige Pflanze, mit großen, distelähnlichen Blättern, auf der Oberseite graugrün, unten weißfilzig, und sehr großen violett-grünen Blütenköpfen. Im 2. Jahr kann sie bis zu 2 Metern groß werden. Schon in der Antike schätzten die reichen Römer die Artischocke als wertvolle Gemüsepflanze und Heilpflanze. Aber auch bei uns wird die Artischocke inzwischen als Gemüsepflanze immer beliebter, wobei man sie bei uns inzwischen rund um`s Jahr kaufen kann. Zum Verzehr werden die Blütenknospen verwendet, die dazu gekocht werden. Ihren Geschmack kann man als fein herb bis zartbitter beschreiben. Bei der traditionellen Zubereitung des Gemüses wird die Pflanze gekocht, wobei je nach Größe nur die fleischigen Blattbasen und die von den Blüten befreiten Böden gegessen werden. n den grünen Blättern und Blütenboden sind Bitterstoffe (Caffeoylchinasäuren) und Flavonoide enthalten, die nur als Gesamtkomplex die umfangreichen Wirkungen der Artischocke entfalten:  konzentrationsabhängige Steigerung der Gallensäureproduktion und Stimulierung des Galleflusses. Artischockenextrakte  wirken damit verdauungsfördernd bei dyspeptischen Beschwerden, aber auch leberschützend.
Anbautipps:
Die Artischocke ist nicht nur ein ausgesprochen edles und köstliches Gemüse, sie ist auch noch sehr gesund. Der Anbau ist gar nicht so schwierig, wie man denken könnte. Natürlich gibt es wie immer ein paar Punkte zu beachten, denn die Artischocke eignet sich leider nicht für allzu raues Klima.
Am besten pflanzen Sie vorgezogene Pflanzen im Mai in einem Abstand von jeweils etwa einem Meter an einem sonnigen geschützten Standort. Der Boden sollte durchlässig und am besten sandig-lehmig sein. Hilfreich ist es, wenn Sie den Boden vorher mit einer Mulchschicht aus gut verrottetem Kompost bedeckt haben, dann hat das Gemüse genug Nährstoffe und wächst schnell. Das ist wichtig, damit die Blütenknospen schön zart werden. Aus diesem Grunde sollten Sie auch sehr regelmäßig wässern.
Artischocken sind mehrjährige Disteln, halten sich aber in der Regel nur bis zu etwa 5 Jahren. Die alten Pflanzen ersetzen sie einfach durch ihre Seitentriebe. So geht Ihnen der Nachschub nie aus.
Beste Zeit zum Ernten ist, wenn sich die äußersten Schuppen der Knospen gerade öffnen, aber noch vor der eigentlichen Blüte Das ist meist ab September der Fall, schneiden Sie die Köpfe mit einem scharfen Messer sauber ab. Lassen Sie die Pflanze jeweils nur vier bis 6 Blüten tragen, damit sie nicht entkräftet und auch im nächsten Jahr gut gedeiht.
Als mehrjährige und frostempfindliche Pflanze kann die Artischocke zwar im Winter draußen stehen bleiben, aber sie braucht - so Sie nicht in einem ausgesprochenem Weinbau-Klima wohnen - einen ordentlichen Winterschutz.
Schneiden Sie nach der Ernte im Spätherbst die äußeren Blätter ab und umhüllen Sie die Wurzelhälse z.B. mit getrocknetem Stroh. Gegen strenge Fröste sollten Sie um diese Umhüllung noch Sand, Laub oder ähnliches anhäufeln.

Auberginen

Die Auberginenpflanze ist ein bis zu 1 m oder höher werdendes Gewächs. Sie gehört mit ihren samtig behaarten, großen ovalen Blättern und den violetten Blüten mit gelben Staubgefäßen zu den besonders hübschen Gemüsepflanzen. Sie wächst buschig.
Auberginen haben eine glänzend violette, keulenartige Form und werden auch noch Eierfrüchte genannt. Die Früchte sind etwa 30 cm lang und können ein Kilogramm schwer werden. Das Fruchtfleisch ist weißlich oder hellgrün und leicht schwammig. Auberginen bestehen zu 92% aus Wasser und die wenigen Nährstoffe befinden sich überwiegend in der Schale . Diese enthält Vitamin C, B1 und B2, Calcium und Eisen . Das Fruchtfleisch hingegen hat nur wenige Mineralstoffe.
Roh schmeckt eine Aubergine nach gar nichts. Erst durch das Kochen, Braten oder Grillen entfaltet sie ihr leicht nussartiges Aroma . Erstaunliche Eigenschaften werden der Aubergine zugeschrieben: Sie soll heilend wirken bei Rheuma, Ischias und Nierenleiden. Noch nicht reife Auberginen enthalten, wie auch andere Nachtschattengewächse, den Giftstoff Solanin.
Anbautipps:
Die Pflanzen werden ab Ende Mai an den wärmsten und sonnigsten Platz im Garten gepflanzt. Zur Sicherheit sollte man sie mit Folie abdecken. Die Aubergine wird in Abständen von 60 cm gepflanzt. Es hat sich bewährt, den Boden mit Folie oder organischem Material abzudecken. Am sichersten gedeihen Auberginen in unseren Klima regionen unter Glas. Sie können in geheizten Häusern von April an einzeln in Töpfe von 24 cm Durchmesser oder zu zweit in Pflanzsäcke gesetzt werden, wobei sie normale Blumenerde bekommen.
Die Eierfrucht oder Aubergine braucht sehr viel Wärme, wenn sie so gut gedeihen soll. Gepflanzt wird sie auf feuchten, tiefgründigen und nährstoffreichen Böden. Vor dem Auspflanzen wird Blaukorn (30 bis 60 g pro qm), Mist, Kompost, Horn- oder Knochenmehl gründlich in den Boden eingearbeitet. Günstige Vorkultur: Kohlrabi, Radischen, Salat, Spinat, Paprika

Blumenkohl

Der Blumenkohl gehöhrt zu der botanischen Familie der Kreuzblütler (Cruciferae oder Brassicaceae). Wie beim Brokkoli, ißt man beim Blumenkohl die zu einem Kopf zusammenstehenden Blütenknospen. Sein Name ist direkt von dieser Eigenschaft abgeleitet. Die Knospen des Blumenkohls sind, im Unterschied zum Brokkoli noch nicht voll entwickelt. Der Blumenkohl wird im Handel zum größten Teil weiß angeboten. Diese Färbung hat er wegen seiner Hüllblatter, die sich über die Blume neigen und so das Sonnenlicht von der Blume ferngehalten. Dadurch kann sich kein Chlorophyll bilden. Ähnlich wie beim Chicorée würde dieser sonst grün werden. In Italien und Frankreich sind farbige Blumenkohlsorten beliebt. So gibt es dort violette und grüne Sorten. Eine dieser Sorten ist auch in Deutschland immer öfter zu finden, der Romanesco. Er erinnert, mit seinen spitzförmigen Röschen, an Fraktale oder an die Spitzen von Minarettürmen. Diese grün- und violetfarbenen Blumenkohlsorten sind sehr dekorativ und besitzen höhere Nährstoffwerte als der gebleichte Blumenkohl. So hat Romanesco eine höhere Vitamin-C-, Eiweiß- und Mineralstoffkonzentration als weißer Blumenkohl.
Anbautipps:
Lockere, lehmige, humusreiche Erde. Sonnig, nicht zu heiss. Blumen vor Sonne schützen, z.B. durch Umknicken eines Blattes oder Zusammenbinden von hohen Blättern, damit er weiss bleibt. Wiederholt hacken. Es darf keine Wachstumsstockung (Wasser- oder Nährstoffmangel) auftreten. Benötigt viel Stickstoff. Blumenkohl hat von allen Kohlarten den höchsten Wasserbedarf. Nicht pflanzen, wo vorher Spinat gestanden hat. Mit Sellerie und Tomaten abwechselnd bepflanzen, wirkt gegen Sellerierost und Kohlweissling. Bei zweimaligem Anhäufeln wird die Ernte grösser. Ständig mulchen. Gute Nachbarn sind Bohnen. Die Kohlfliege ist im Juli am gefährlichsten.

Brokkoli

Der Brokkoli gehört zu der botanischen Familie der Kreuzblütler (Cruciferae oder Brassicaceae). Er ist eng mit dem Blumenkohl verwand. Gegenüber dem Blumenkohl hat Brokkoli einen fast doppelt so hohen Anteil an Vitamin C, besitzt das 16-fache an Vitamin A und einem deutlich höheren Anteil an Spurenelementen. Der Brokkolikopf ist der noch nicht voll entwickelte Blütenstand der Pflanze, wobei sich der Kopf aus mehreren kleinen Blütenknospen zusammensetzt. Die Blütenknospen sitzen auf einem Stiel, der im allgemeinen nicht seviert wird. Aus dem Stielen und den kleinen, zarten Blättern, die kurz unterhalb der Knospen wachsen lassen sich aromatische Samtsuppen kochen. Brokkoli ist zum größten Teil mit einer grünen bis blaugrünen Färbung im Handel. Wenige kennen ihn mit violetter, gelber oder weißer Färbung. Er schmeckt sehr gut, wenn man ihn direkt nach dem Blanchieren in leicht gesalzener Mandelbutter schwenkt.
Anbautipps:

Sonnige bis halbschattiger Lage, auch für rauere Gegenden. Humoser, feuchter, nährstoffreicher und kalkhaltiger Boden, pH 7, auch lehmig-sandige Böden; Anbaubedingungen ähnlich dem Weisskohl oder Blumenkohl, er ist jedoch viel robuster als dieser. Starkzehrer, benötigt viel Wasser. Wertvoller als Blumenkohl, dabei weniger anspruchsvoll. Kann Frost und Hitze besser vertragen.

Eisberg
Salat

Der Eisbergsalat gehört zu der botanischen Familie der Korbblütler (Compositae oder Asteraceae). Er gehört zudem zu der gleichen Art wie der Kopfsalat. Der bis zu 1500g schwere Salat, bildet sehr kompakte, geschlossene Köpfe. Seine hell- bis dunkelgrünen Blätter sind sehr fest und knackig. Beim Eissalat gibt es sortenbedingte Unterschiede, so daß sich auf den ersten Blick die verschiedenen Sorten nicht sehr ähnlich sehen. Eine in Frankreich beliebte Sorte "Little Gem" ist mit 120g nur etwa ein zehntel so schwer, wie der bei uns bekannte Eisbergsalat. Der in der Schweiz als "Krachsalat" bekannte Eisbergsalat bildet einen lockeren Kopf mit leicht gekrausten Blättern. Er ähnelt mehr einem festen Batavia Salat als unserem Eisberg. Wie beim Kopfsalat gibt es beim Eisbergsalat auch Sorten mit roten Blättern, dieser ist bei uns allerdings noch relativ unbekannt. TIP: Eisbergsalat läßt sich leicht zerlegen, indem man den Strung auf eine Tischecke oder auf den Handballen aufschlägt. Dadurch läßt sich der Strung leicht durch eine Drehung von den Blättern lösen. So lassen sich die Blätter einfach zerpflücken.
Anbautipps:
Kultur des Eissalates wie Kopfsalat, braucht aber längere Entwicklungszeit (bis zu 2 Wochen) und grössere Pflanzabstände, ca. 35 x 35 cm, im Sommer 40 x 40 cm. Vliese sind vorteilhaft. Nicht tief pflanzen, 1 cm des Stängels sollte frei bleiben, sonst Gefahr der Salatfäule. Alle Blätter müsen sich frei im Winde bewegen können. Gründlich, aber nicht zu oft giessen, niemals auf den Kopf. Optimal ist warmes, trockenes Wetter. Nässe, vor allem im Herbst, verträgt er nicht. Ernte morgens. Kann einige Tage im Kühlfach gelagert werden (in Frischhaltefolie oder Zeitungspapier) oder mit Wurzel etwa 2 cm im Wasser stehend im Keller. - Der Nitratgehalt liegt um ein Drittel geringer als der normale Kopfsalat. Er hat hohen Carotingehalt. Salatköpfe nicht neben Obst legen, er welkt durch Ethylen.- Er ist tagneutral, d.h. er bildet Köpfe unabhängig von der Tageslänge.

Grünkohl

Enthält Eiweiss (!), Eisen (!), Fluor, Kalium (490 mg/100 g) (!), Kalzium (230 mg/100 g) (!). Magnesium. Vitamin C (105 mg/100 g, gekocht 75 mg/100 g) (!) nach Paprika wichtigster Lieferant, Vitamin B1,2, Folsäure, E, Provitamin A (wichtigster Lieferant nach den Möhren). Vitalreichstes Gemüse überhaupt, gem. WHO das gesündeste Gemüse. Nicht braun kochen, nach Zubereitung sofort essen, nicht aufwärmen (Nitrat). Die zahlreichen Carotinoide sind nicht hitzefest.
Anbautipps:
pH 5,5 - 7,5. Feuchter, humoser, kalkhaltiger, sonniger, auch halbschattiger Standort. Stark zehrend, im September düngen, vor allem nach Regen mehrmals mit Brennessel-/Beinwelljauche. Regelmässig hacken. Robuster und anspruchsloser als andere Kohlarten, besonders die halbhohen und niedrigen Sorten. Widerstandsfähig gegen Kohlhernie und andere Erkrankungen. Winterfest bis -20°, besonders die niedrigen Sorten, die hohen brechen oft unter der Schneelast. Kahlfröste können zu Blattverlusten führen. Wind und Dauerfeuchtigkeit im Winter werden schlecht vertragen, die Blätter werden braun und ungeniessbar. Ein Winterschutzvlies mildert die Nachteile. Auspflanzung Mitte Juli bis August, Nachkultur z.B. nach Kartoffeln. Der Boden darf niemals austrocknen. Mischkultur: Kopfsalat. Frühkrausende Sorten können schon im Herbst geerntet werden, die spätkrausenden im Winter. Frost verbessert den Geschmack, erhöht den Zuckergehalt. Frisch ernten, alte, gelbe Blätter schmecken nicht. Gegen kalte Winde mit Winterschutzvlies oder Reisig abdecken, das verhindert das Braunwerden der Blätter. Abstand 50 x 60 oder 60 x 60 je nach Grösse. Frühe Sorten haben wenig Umblatt, Abstand dann 45 x 45 cm. Mit Netzen gegen Wildtauben und Fasane schützen. Ernte ab Ende 10, Blätter von aussen nach innen abernten oder den gesamten Schopf, zuletzt das Herz. Mehrfaches Durchpflücken erhöht den Ertrag. Strunk kann im Frühjahr nochmals austreiben, wenn man einige Blätter daran lässt. Hohe Sorten benötigen das ganze Jahr ein eigenes Beet, mehr Pflege und Dünger. Die niedrigen sind frostfester, können als Nachfrucht eingesetzt werden, z.B. nach Frühkartoffeln.

Gurken

Die Salatgurke gehört zu der botanischen Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Über den Ursprung der Gurke gibt es wiedersprüchliche Aussagen. Einerseits soll sie schon vor 4000 Jahren an den Südhängen des Himalayagebirges kultiviert worden sein, andererseits existieren Aussagen, daß die Gurke ihren Ursprung im tropischen Afrika hat. Demnach soll sie über Ägypten in den südeuropäischen Mittelmeerraum gelangt sein. Im 19. Jahrhundert schließlich gelangte sie auch nach Nordeuropa. Die ersten Gewächshauskulturen gab es in England. Heute werden Gurken weltweit angebaut. Allerdings sind sie auf warme Temperaturen angewiesen. Schon Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt hemmen die Entwicklung der wärmeliebenden Pflanze. Aus botanischer Sicht ist die Gurke ein Fruchtgemüse mit fleischigen Beerenfrüchten. Die frostempfindliche Pflanze ist ein einjähriges, krautiges Gewächs mit am Boden kriechenden oder an Gerüsten emporkletternden Trieben. Die Früchte können ein Gewicht bis zu 1,5 Kg erreichen. Die anfangs grünen (grünreife Früchte) verfärben sich mit zunehmender Samenreife.
Die Farbenpalette der reifen Gurken reicht von weiß über gelb bis zu orange-gelb und gelb-braun. Ihre Oberfläche ist bei jungen Früchten mit stacheligen Warzen besetzt. Mit zunehmenden Alter verschwinden diese zusehens. Die gleichmäßig, gerade gewachsenen Salatgurken werden vor dem Verkauf oft in Folie eingeschweißt, dadurch halten sie sich länger frisch Eine kleine Variante der Salatgurke, nur 15 cm lang und bis maximal 250 Gramm schwer wird als Minigurke auf dem Markt angeboten. Sie besitzt einen sehr aromatischen Gurkengeschmack. Als Schmorgurken werden Freilandgurken mit einem besonders festen, weniger wasserreichen Fruchtfleisch im Handel angeboten. Sie eignen sich, wie der Name schon vermuten läßt, gut zum schmoren, da ihr festes Fruchtfleisch nicht so schnell zerfällt wie bei herkömmlichen Gurken. Die Kurigurke ist eine aus Japan stammende Variation. Sie wird nicht so lang wie die Salatgurke und besitzt eine dunkelgrüne, warzige Haut. Sie hat einen kräftigen, frischen Gurkengeschmack

Anbautipps:
Warmer, humoser, lockerer Boden, er darf nicht verschlämmen. pH 6,5 - 7. Viel Dünger, aber wenig Stickstoff, und viel Wasser notwendig, jedoch kein Mineraldünger und vor allem kein Chlor. Bodenvorbereitung möglichst 14 Tage vorher. Ideal ist ein warmer Fuss aus Pferdemist, er macht locker und wärmt. Ist kein Pferdemist vorhanden, kann auch grober Kompost (50% Anteil) oder verrotteter Rindermist genommen werden, mit etwas Torf oder gehäckseltem Stroh vermischt bis zu einer Tiefe von 35 cm. Gurken vertragen keine Temperaturen unter 5 - 8° und auch keine unterschiedlichen Temperaturen bei Tag und Nacht. Dunkelgrüne Anzuchtpflanzen gedrungenen Wuchses mit 2 - 3 Blättern sind günstig. Abstand 30 cm x 150-200 cm. Bodentemperatur mindestens 12°. Die Wurzeln dürfen beim endgültigen Auspflanzen nicht beschädigt werden. Windempfindlich, deshalb Windschutz z.B. durch hohe Erbsen, Rosenkohl, Stangenbohnen (Abstand 2 m), Zuckermais. Beim Auspflanzen tiefer setzen. Auf dem Boden eine schwarze Lochfolie ausbreiten, sie erhöht die Bodentemperatur um 4°. Blätter beim Giessen nicht nass machen, z.B. mit seitlichen Löchern versehene Blumentöpfe neben die Pflanzen eingraben und morgens wässern. Der Boden darf nicht verschlämmen, die Wurzeln benötigen viel Sauerstoff. Deshalb ist die vorgenannte Anzucht auf einem Damm besonders günstig. In der Morgenkühle ernten, die Gurken können sonst noch bitter werden. Gleichmässige Wasserversorgung ist wichtig, bei Trockenheit werden die Gurken ebenfalls bitter. Dasselbe geschieht auch in feuchten, kühlen Sommern. Nach 3. oder 5. Blatt Spitze abkneifen, erhöht die Ernte. Ebenso wird der Fruchtansatz vergrössert durch möglichst frühzeitige Ernte der ersten Frucht. Die unteren Blätter bis zu 30 cm Höhe entfernen, damit nicht bodenbürtige Pilze sie infizieren. Im August etwaige Neutriebe zu Gunsten der bestehenden Fruchtansätze auskneifen. Seitentriebe nach Fruchtansatz einkürzen. Am Haupttrieb nur 4 Früchte belassen, dadurch wird die Seitentriebbildung angeregt.

Kartoffeln

Enthält hochwertiges Eiweiss unter der Schale (2%), 11 Vitamine (u. a. B1,2,6, C!, E, Folsäure), Asparagin, Glykoalkaloide, Glykoproteine, Stärke, 15 Mineralstoffe u.a. Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Phosphor, aber nur ganz wenig Nitrat. Ballaststoffe, Biophenole (Chlorogensäure u.a.) und Carotinoide in den bunten Sorten. Die Knolle besteht zu 80% aus Wasser, zu etwa 15% aus Stärke, sie enthält fast kein Fett (0,1%). - 100 g gekochte Kartoffeln enthalten nur 300 Kilojoule = 70 Kilokalorien. Die meisten Wirkstoffe werden erhalten, wenn die Kartoffeln als Pellkartoffeln gedämpft werden. Der Nährwert steigt, wenn Kartoffeln zusammen mit tierischem Eiweiss (Fisch, Quark) genossen werden. Bei einem Versuch an der Uni Sydney stellten sich Kartoffeln als das Nahrungsmittel heraus, das am längsten das Gefühl der Sättigung vermittelte.
Anbautipps:
Weltweit gibt es 5.000 Sorten, in Deutschland etwa 100. Vierjahresabstand einhalten. Sonnige, warme Lagen. Humoser, tiefgründiger, sandiger Boden, nährstoffreich, locker und mit genügend Feuchtigkeit ist optimal. Leicht saurer Boden ist vorzuziehen, bei zuviel Kalk besteht Schorfgefahr. Andererseits erreichen Kartoffeln nur bei ausreichendem Kalkgehalt ihr volles Aroma. pH-Wert 5,5 - 6. Hornmehl, verrotteter Rinderdung, Kompost, Gesteinsmehl (geschmacksbildend!) sind geeignete Dünger. Chloridhaltiger und frischer Dünger sind schädlich, herbstliche Düngung, dann auch mit Mist, ist möglich. Nach der Blüte ist Düngung zwecklos. Im Herbst mit Beinwell mulchen. Mehrmals hacken. Später anhäufeln. Mischkultur mit Buschbohnen, Buscherbsen, Dill, Kamille, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Koriander, Kümmel, Lein, Mais, Meerrettich (Vertreibt den Käfer ) , Melde, Petersilie, Pfefferminze (regt Wachstum an), Puffbohnen, Ringelblumen, Spinat, Tagetes und Zuckermais. Bohnen sorgen als Mischfrucht für ausreichenden Stickstoff. Auch sonst hoher Nährstoffbedarf. Ggf. 2 Ackerbohnen zusammen mit der Kartoffel in die Erde legen oder als Vorfrucht im zeitigen Frühjahr einsetzen. Absicheln und als Mulchschicht liegen lassen. Auch vorjährige Gründüngung mit Leguminosen oder Roggen ist vorteilhaft. Gartenmelde, Kamille, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Petersilie, Pfefferminze und Spinat verbessern das Aroma und fördern die Gesundheit. Gegen bakterielle Krankheiten und Kartoffelkäfer an allen vier Ecken Meerrettich anpflanzen. Dort können auch die Schnecken abgesammelt werden. Unverträglich mit Kohl, Gurken, Kürbis, Roter Bete, Sellerie, Sonnenblumen, Tomaten, Topinambur, Zucchini. Seite mit den meisten Augen nach oben legen. Gewicht der einzelnen Pflanzkartoffeln 50 - 70 g. Bodenbedeckung 5 - 8 cm, Abstand in den Reihen  40 cm, die Entfernung der Reihen etwa 50 - 60 cm, bei Spätkartoffeln aber 65 - 70 cm.  Reihenabstand bis zu 100 cm bei Kartoffelmischkultur, sie trocknen dann auch besser ab.  Frühkartoffeln, z. B. Favorit, vorkeimen ab Mitte Februar für Ende März je nach der Lage des Grundstücks. Dazu in Kisten legen, die mit Torfmull/Steinmehl-Gemisch oder Reifekompost/Sand-Gemisch oder Blumentopferde befüllt sind. Das Kronenende mit der höheren Anzahl von Keimen muss immer nach oben zeigen. Mehrmals mit Ackerschachtelhalmbrühe, Baldrian und verdünnter Brennessel-/Beinwelljauche einsprühen. Hell stellen, Temperatur etwa 12 - 15°. Sie werden teilweise grün (Solanin), was aber für die Pflanzengesundheit förderlich ist. Kurze, kräftige Keime sind erwünscht. Die vorgekeimten Kartoffeln erst bei Bodentemperaturen von mindestens 5 - 7° auspflanzen, das ist meistens erst A - Mi 4 der Fall. Mit Vlies oder Mulchfolie abdecken.In den dünnen Schalen der Frühkartoffeln sind viele Mineralien und Vitamine gespeichert, man kann sie mitessen. Knollen erfrieren bei -1 bis -3°, die Sprossteile bei - 1.5 bis -2°. Etwa Mi 4 nicht vorgekeimte mittelfrühe Kartoffeln unter Folie ausbringen, Spätkartoffeln spätestens A 5. Dazu Furchen ziehen in Ost-West-Richtung, Kompost und Gesteinsmehl darin verteilen und die Kartoffeln hineinbetten. Die Erdabdeckung sollte etwa 5 cm hoch sein, damit die Sonne die Erde genügend erwärmen kann. Bei Spätfrostgefahr mit Vlies abdecken oder mit Baldrianextrakt (1/2 Teelöffel auf 5 l lauwarmes Wasser) bespritzen. Benötigt werden für 100 Pflanzen 8,5 kg Saatgut. Geeignet als Vorkulturpflanze für Erdbeeren, Wintersalate und -gemüse. Bei 15 cm Höhe ca. 8 cm hoch anhäufeln, ebenso bei Frostgefahr, dadurch wird die Ernte grösser. Spätkartoffeln sollten vor Ende Juni angehäufelt sein. Mulchschicht über den Hügel legen. Dreimal giessen mit Gemisch aus verdünnter Beinwell- und Brennesseljauche. Spätsorten werden geerntet, sobald das Kraut welk geworden ist. Frühkartoffeln sind besonders fruchtbar, wenn man sie unter Mulchfolie zieht. Den Boden gut vorbereiten mit Kompost und Steinmehl, die vorgekeimten Kartoffeln 70 x 40 cm flach in den Boden drücken und mit Folie abdecken. Später dort einschneiden, wo die Pflanzen die Folie sichtbar anheben. Anhäufeln, Hacken und Jäten entfällt, nur auf Feuchtigkeit bei der Knollenbildung ist zu achten. Ab Mi 6 können schon die ersten Frühkartoffeln geerntet werden, die eigentliche Haupternte beginnt ab Juli, sie dauert bis Mi 8. Die Schale sollte sich nicht mehr abreiben lassen. Ausgraben und einige Tage bei trockenem Wetter liegen lassen. Das erhöht auch die Resistenz gegen die Krautfäule, falls ein Teil der Kartoffeln als Saatgut verwendet werden soll. Saatkartoffeln auswählen aus reichtragenden Pflanzen mit vielen Augen, mit etwa 70 - 80 g sind sie besonders fruchtbar.  Kartoffelkraut vernichten wegen Infektionsgefahr, auch keine Knollen in der Erde zurücklassen wegen Übertragung von Krankheiten und Schädlingen. Beschädigte Knollen sofort verbrauchen, geringe Beschädigungen verheilen, wenn sie eine Woche lang im Dunklen bei 14 - 18° aufbewahrt werden. Gegen vorzeitiges Keimen im Winterlager (ab etwa 8°) hilft häufiges Umschichten und Abdunkeln. Keimhemmende Substanzen sind schon nach 8 Wochen meistens abgebaut. Sie sind nicht mehr zugelassen. Natürlich wirkende Keimhemmer sind: äther. Öle von Basilikum, Jasmin, frischer Katzenminze, Knoblauch°, Kümmel (Carvon), Lavendel, Pfefferminz (abdecken mit Kraut) oder anderen Minzpflanzen, Rosmarin, Salbei, Thymian bzw. die Pflanzen selbst. Die Gerüche gehen nicht in die Kartoffeln über. Oregano und Zatar Parsi (Satureja thymbra) schützen am besten gegen Nassfäule-Befall (Griechische Erfahrung). Brennesselblätter halten die Kartoffeln länger frisch. Lagerung im dunklen Keller (das lichtempfindliche Vitamin B2 wird dadurch erhalten), mit hoher Luftfeuchtigkeit, Idealtemperatur nicht über 6°. Bei niedrigeren Temperaturen werden sie süss, höhere Temperaturen und Licht fördern die Keimbildung. Bei höheren Temperaturen bauen die Knollen den Zucker wieder in Stärke um, falls sie nicht zu lange unter dem Gefrierpunkt gelagert waren. - °Knoblauchzehen, verteilt auf das ganze Lager, vermindert ausserdem Pilzbefall. Immer für ausreichende Lüftung sorgen. Für den Kartoffelanbau gibt es je nach Bundesland unterschiedliche gesetzliche Regelungen, wie oft hintereinander Kartoffeln angebaut werden dürfen (erhöhte Kartoffelkäfergefahr). Niemals Kartoffeln unter Obstbäumen, besonders jungen, pflanzen. Negative Beeinflussung des Obstes hinsichtlich seines Geschmacks und der Bäume hinsichtlich des Wachstums, besonders bei wiederholtem Anbau. Nachfrucht: Buschbohnen, Grünkohl, Kopfsalat, frühe Möhren und Radies. - Kartoffeln, kurz vor Neumond gelegt, sollen besonders ertragreich sein und sich länger im Lager halten. - Grüne Kartoffeln enthalten Solanin, sie sollten nicht gegessen werden.

Knollen
Sellerie

Der Knollensellerie gehört wie der Schnittsellerie und der Bleichsellerie zu der botanischen Familie der Doldenblütler (Umbelliferea, alt: Apiaceae).
Knollensellerie wird in ganz Europa angebaut. Er ist ein herzhaftes Gemüse unserer heimischen ländlichen und gutbürgerlichen Küche. Die im Durchmesser bis zu 20 cm großen Knolle gehört als Suppengrün, Wurzel- oder Röstgemüse in jeden Suppen- oder Saucenansatz. Die beigebraune, harte Schale umgibt ein weißes Fleisch mit schwammiger bis fester Konsistenz. Tip: das weiße Fleisch oxidiert sehr schnell mit der Luft und bekommt unansehnliche braune Schnittstellen. Möchte man nicht eine ganze Knolle verarbeiten, bepinselt man die Schnittstelle mit etwas Zitronensaft und wickelt die restliche Knolle fest mit Klarsichtfolie ein.
Aus Knollensellerie lassen sich herrliche Pürees als Beilage oder leckere Suppen zaubern.
Anbautipps:
Schwere, humose, neutrale Böden mit ausreichender Feuchtigkeit, pH 6,5 - 7,5. Luftiger, sonniger Standort, eher kühl im Sommer und mit spät einsetzendem Winterwetter. Boden humus- und nährstoffreich, feucht, lehmhaltig. Auspflanzen frühestens Ende Mai, am besten unter Vlies, da auch dann noch kühle Witterung schnelles Schossen bewirken kann. Nicht zu tief setzen, sondern genauso tief wie vorher, sonst verzögert sich die Knollenbildung und es gibt Wurzelbärte. Pflanzabstand 40 x 40 cm, bei Mischkultur mit Kohl 40 x 50 cm. Sind die Jungpflanzen nicht stämmig genug, stutzt man sie um ein Drittel zurück. Mischkultur mit Blumenkohl und Tomaten bewährt, ausserdem andere Kohlarten (Sellerie vertreibt Kohlweissling, Kohl verhindert Sellerierost und Selleriefliege sowie Blattfleckenkrankheiten an Tomaten, Tomaten stimulieren das Wachstum, vertreiben den Kohlweissling - aber genügend Platz lassen für alle drei Pflanzen), Buschbohnen, Erbsen, Gurken, Kamille, Möhren, Pastinaken, Porree, Ringelblumen, Salat, Spinat, Stangenbohnen, Tagetes, Tomaten und Zwiebeln. Sellerie verlangt nach Mischkultur, da er sich selbst feindlich ist. or allem im September viel giessen, nicht auf Blätter oder Knollen. Fröste von -3/-4° schaden den ausgewachsenen Knollen. Bis Ende 10 wachsen die Knollen, dann sollten sie spätestens geerntet werden. Bei Trockenheit ernten, niemals waschen, feuchtes Erntegut wird von Bakterien und Pilzen befallen.

Kohlrabi

Beim Kohlrabi handelt es sich um eine einjährige Pflanze, deren Strunk durch Verdickung des Markkörpers eine massive Sproßknolle bildet. Diese ist plattrund, rund, oval und kann bis zu 20 cm Durchmesser erreichen. Ihre Farbe ist weißlich bis kräftig grün, rötlich oder violettblau. Der Geschmack des knackigen Kohlrabis ist etwas süßlich, manchmal fast nussartig, jedoch wenig kohlartig. Jung ist er am zartesten. Die Herkunft des Kohlrabis ist vermutlich Nordeuropa. Kohlrabi ist ein typisch deutsches Gemüse. Europäische Anbaugebiete finden sich weiterhin in den Niederlanden, Italien, Frankreich, Österreich, in der Schweiz und Polen, z. T. in erster Linie für den Export in die BRD. Kohlrabi ist ganzjährig erhältlich. Ernährungsphysiologisch gesehen ist der Kohlrabi vergleichbar mit dem Blumenkohl. Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Zucker), Eiweiß, Fett, Calcium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Natrium, Provitamin A, die Vitamine B1, B2, B6 und C. Die Blätter des Kohlrabis sind ebenfalls sehr wertvoll; sie sind reich an Karotin und dem wichtigen Mineralstoff Phosphor. Kohlrabi ist im Gemüsefach des Kühlschranks gut 8 Tage haltbar, vorher sollte man aber das Blattwerk abschneiden. Besonders zart und bekömmlich sind die Knollen, bevor sie ihre volle Größe erreicht haben. Zur Zubereitung Knollen waschen, Wurzelansatz entfernen, Blattstiele direkt an der Knolle abschneiden, die Knollen sodann geschält in Scheiben oder Würfel schneiden. Kohlrabi wird roh in Salaten, aber häufiger noch als Warmgemüse zu zahlreichen Fleisch- und anderen Speisen verzehrt. Auch die Herzblätter können verwendet werden: kleingehackt in Salate oder andere Gerichte geben und wie Spinat anrichten oder für Rouladen verwenden.
Anbautipps:
Bei Sandböden auf genügende Wasserzufuhr achten, günstige Erträge mit halbverrottetem Kompost. Mittelzehrer. Ab und zu während des Wachtums mit verdünnter Brennesseljauche düngen. Wenn er als Jungpflanze Frost bekommen hat, schosst er leicht oder bekommt die "Herzlosigkeit", d.h., weitere Blätter werden nicht mehr gebildet. In beiden Fällen Pflanzen vernichten. Auspflanzen mit 3 - 4 Blättern, die Keimblätter müssen noch über dem Boden sein, sonst fault die Unterseite. Mit ihnen kann man gut Lücken im Beet ausfüllen. Sonnige, nicht heisse Lage. Braucht genügend Feuchtigkeit, damit er nicht holzig wird. Morgens giessen, nicht auf die Knolle. Abstand 25 x 30 cm für die Frühsorten, 40 - 50 cm für die Spätsorten, die Riesensorten benötigen bis zu 60 cm Abstand. Bei zu enger Pflanzung entstehen sog. Langhälse. Lockerer Boden, humos. Alle vier Wochen neu aussäen, Kohlrabi sollte möglichst schnell wachsen und reifen. Deshalb muss er auch öfters gedüngt werden. Gute Nachbarn: Basilikum, Bohnen, Borretsch, Dill, Erbsen, Gurken, Kapuzinerkresse, Kartoffeln, Koriander, Möhren, Obstbäume, Petersilie, Porree, Radicchio, Radies/Rettich, Ringelblumen, Rote Bete, Salat, Sellerie, Spargel, Spinat, Tomaten, speziell Mischkultur mit Radies und Kopfsalat. Kopfsalat im Verbund wehrt die Erdflöhe ab. Ungünstig sind Gartenkresse, Knoblauch, Mairüben und Zwiebeln.

Kopfsalat

Der Kopfsalat gehöhrt zu der botanischen Familie der Korbblütler (Compositae oder Asteraceae). In der Schweiz wird der Kopfsalat unter Glas und im Freien angebaut. Freilandsalat wird bis zu 500g schwer im Handel angeboten. Der unter Glas angebaute Salat wird schon ab ca. 100g angeboten. Der Wintersalat aus dem Gewächshaus hat durchschnittlich höhere Nitratwerte, als der Freilandsalat im Sommer. Die ist auf dem, im Gewächshaus bedingten Lichtmangel zurückzuführen. Der Lichtmangel ist zudem verantwortlich, daß der Salat keinen festen Kopf bildet. Im Handel sind diese Salate in Folien gepackt, um den Kopf zusammenzuhalten und gleichzeitig wird so eine starke Verdunstung vermieden. Der Salat behält so länger seine Frische.Neben dem grünen Salat wird, vor allem in Frankreich roter Kopfsalat gerne gegessen. Der bei uns eher selten angebotene rote Kopfsalat erhält seine Färbung durch das Stoffwechselprodukt Anthocyan. Eine intensive Rotfärbung kann ein Zeichen dafür sein, daß der Salat über einen längeren Zeitraum hinweg mit starker Lichteinwirkung versorgt worden ist. Die Rotfärbung ist aber auch sortenbedingt. So bildet die französische Sorte "Rougette de Montpellier" auch mit nur mäßiger Lichtintensität sogar schon fast rot-braune Blätter. Anthocyanhaltige Kopfsalate bilden noch zartere und feinere Blätter als ihre grünen Verwandten.
Anbautipps:
pH 5,5 - 7,5, nur geringer Nährstoffbedarf. Wurzeltiefe bis 100 cm bei lockerem Boden. Gut geeignet für Mischkultur: Bohnen, Bohnenkraut, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Kohl, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Porree, Radies/Rettich, Rhabarber, Rote Bete, Spargel, Spinat, Tomaten, Zwiebeln, speziell mit Kohlrabi und Radies. Bei Mischkultur mit Kerbel bildet der Salat früher Köpfe, der Salat ist zarter und schiesst später, wehrt Schnecken und falschen Mehltau ab. Mischkultur mit Gurken ist wegen der Sclerotiniafäule nicht empfehlenswert. Unverträglich neben Petersilie und Sellerie. Letzterer verhindert Kopfbildung. Er muss sonnig stehen, um feste Köpfe zu bilden. Freilandpflanzungen ab März. Abstand mindestens 25 x 25 cm oder grösser. Flach pflanzen, tief gepflanzte Pflanzen bilden keine Köpfe oder werden von Bodenpilzen oder -bakterien infiziert. Feuchte Erde ist nötig; selten, aber dann durchdringend giessen, morgens, dabei Blätter nicht benetzen. Bei stickstoffbetonter Düngung leidet Gesundheit und Geschmack.

Kürbis

Der Kürbis ist eine kräftig rankende Pflanze. Ihre Früchte botanisch gesehen, sind es Beerenfrüchte variieren in Größe und Färbung. Sie können je nach Sorte gewaltig groß werden, bis zu einem halben Meter im Durchmesser und bis 75 kg schwer. Unter der ungenießbaren derben Schale liegt das weiche, saftige, zarte gelbe Fruchtfleisch, in dessen Mitte sich Fächer mit zahlreichen Kernen befinden.
Der Kürbis kommt ursprünglich aus Südamerika. Der Anbau erfolgt in fast allen Ländern der Welt. In Europa sind Frankreich und Griechenland beim Anbau führend. Die Inlandsernte geht von September bis November, in den Folgemonaten unterstützt durch bescheidene Importe aus südlichen Ländern.
Der Kürbis besteht zu 95 % aus Wasser, enthält aber dennoch wichtige Inhaltsstoffe, nämlich Kohlenhydrate (Zucker), Eiweiß, Calcium, Eisen, Provitamin A, Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C. Der Kürbis hat eine hohe diätetische Wirkung. Außerdem wirkt er harntreibend bei Nierenerkrankungen.
Kürbisse können, kühl und trocken gelagert, einige Monate aufbewahrt werden.
Kürbisse werden am häufigsten zu süßsaurem Essiggemüse zubereitet. Dazu wird die von der festen Schale und den Kernen befreite Frucht in Würfel oder Streifen geschnitten und in einem Aufguss aus Essig, Gewürzen, Kräutern und Zucker pasteurisiert. Weitere schmackhafte
Verwendungsmöglichkeiten sind: Kürbissuppen, Kürbisgemüse, Kürbiseintopf, Kürbisauflauf, Kompott, Kürbisbrot usw.
Anbautipps:
Warme, sonnige Lage, windgeschützt, z.B. direkt auf dem Komposthaufen. Humose, feuchte, nährstoffreiche Erde. pH 6,5 - 7. Auspflanzen Mitte Mai. Abstand bis zu 1,50 x 1,50. Die Wurzeln dürfen nicht beschädigt werden.Triebe kürzen bei 60 cm Länge oder nach dem 4. Blattansatz. Ggf. mit weichem Pinsel künstlich befruchten. Nach Fruchtansatz hoher Wasserbedarf. Der Fruchtansatz ist meistens an den im Schatten liegenden Ranken grösser. Wer kleinere Kürbisse heranziehen will, sollte den Haupttrieb kappen nach dem 5. oder 6. Blatt. Grosse Kürbisse erhält man dagegen, wenn nur eine Blüte je Trieb belassen wird und alle Seitentriebe und alle Triebe hinter der Blüte bis auf zwei Blätter abgeschnitten werden.Wenn genügend Fruchtansätze, etwa 8 je Pflanze, vorhanden sind, alle weiteren weiblichen Blüten ausbrechen. An heissen Tagen Früchte mit feuchten Tüchern bedecken oder den eigenen umgeknickten Blättern, um Risse zu vermeiden. Mischkultur: Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Zuckermais als Randbepflanzung. Sie sollen auch gut im lichten Schatten von Sonnenblumen oder Zuckermais wachsen. Ungünstig sind Kartoffeln. Vorkultur Kohlrabi, Nachkultur Buschbohnen, Feldsalat und Spinat. Die Kürbisse sind reif, wenn sie beim Klopfen hohl klingen und der Stiel verholzt ist. Je kräftiger die Farbe und je kleiner der Kürbis, umso vitaminreicher und wohlschmeckender ist er. Sommerkürbisse wie Rondini und Zucchini werden unreif geerntet. Den Reifeprozess kann man fördern, indem man nicht mehr giesst und alle Wurzeln im Umkreis von 50 cm mit dem Spaten absticht. Bretter unterlegen, damit sie nicht faulen. Krankheiten sind selten, Jungpflanzen werden von Schnecken heimgesucht. Möglichst lange draussen lassen, sie nehmen noch an Gewicht und Geschmack zu und halten sich besser als im Winterlager. Die Früchte selbst sind nicht so frostempfindlich wie die anderen Pflanzenteile.Vor Frosteinbruch etwa Anfang November ernten, an kühlem Ort (10 - 15°) lagern, nicht in feuchten Räumen. Er bleibt dann bis in die ersten Monate des neuen Jahres frisch, besonders mit etwa 10 cm langem Stiel und wenn er keinen Frost abbekommen hat. Frostschäden erkennt man an den wässrig aussehenden Stellen. Unreife Früchte können an einer sonnigen Stelle nachreifen. Getrocknete Kürbisstücke sind lange haltbar.

Lollo Schnittsalat Blattsalat

Der Pflücksalat gehört zu der botanischen Familie der Korbblütler (Compositae oder Asteraceae). Zu den Pflücksalaten zählen Salate, die keinen Kopf bilden. Pflücksalate können mehrmals geerntet werden. Um dies zu ermöglichen, werden nur die ausgereiften, äußeren Blätter gepflückt. Bei dem im Handel angebotenen Salaten wird allerdings die ganze Pflanze geschnitten, so daß nur eine Ernte möglich ist.
Eichblattsalat oder auch Eichlaubsalat wird nur einmal geerntet und von Anfang Frühling bis Ende Sommer bei uns als Freilandsalat angeboten. Seinen Namen trägt er wegen seiner Blattform. Sie erinnert in Form und Farbe an ein Eichenlaubblatt. Der rotblättrige Salat unterscheidet sich von dem grünblättrigen nur durch den Pflanzenfarbstoff Anthocyan . Beide bilden sehr zarte Blätter und schmecken leicht nußartig. Mit einer Nußvinaigrette angemacht wird dieser Geschmack noch stärker hervorgehoben.
Eine Weiterzüchtung stellt der Harlekin oder Schnabelsalat dar. Die spitz zulaufenden Blätter erinnern an eine Harlekinkappe oder einen Entenschnabel. Er wird ebenfalls rot- und grünblättrig angeboten.
Auch als Schnittsalat wird der, meist aus Italien stammende, rote Lollo Rosso bzw. Lollo Rossa und der grüne Lollo Bianco bzw. Lollo Bionda angeboten. Seine stark gekrausten Blättter bilden eine dichte Halbkugel, die eine Kopfbildung vortäuscht. Der im Winter im Treibhaus angebaute Salat bildet allerdings nicht so feste Rosetten wie der Freilandsalat im Sommer. Der Grund dafür ist mangelnde Lichtzufuhr im Gewächshaus. Solche Salate werden oft in Folie verpackt im Handel angeboten. So behält er seine Form und verliert weniger Feuchtigkeit durch Verdunstung.

Paprika

Gemüsepaprika hat erst nach 1950 langsam Eingang in die deutsche Küche gefunden. Heute ist sie aus dem Speiseplan kaum mehr wegzudenken. Gezüchtet wurde sie aus der kleinschotigen Gewürzpaprika. Mittlerweile gibt es viele Sorten, auch besondere und skurrile, in violett, rot, gelb, orange und cremefarben. Gemüsepaprika sind sehr anspruchsvolle Pflanzen
Anbautipps:
Die Anzucht eigener Jungpflanzen beginnt schon Ende Februar und erfordert etwas Geduld: Paprika keimt und wächst am Anfang sehr zögerlich.
Deshalb ist es meistens sinnvoll, Jungpflanzen im Gartenfachhandel, der ein vielfältiges Angebot bereithält, einzukaufen. In Gewächshäusern, Folientunneln oder im Frühbeet sind die wärmebedürftigen Pflänzchen gut aufgehoben. Ab Anfang Mai können Paprikapflanzen ins Gewächshaus gepflanzt werden. Ins Freie dürfen sie erst ab Ende Mai, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Paprikapflanzen sollten erst nach vier Jahren wieder an den alten Platz gepflanzt werden : Bevorzugt wird ein tiefgründiger, lockerer und humoser Boden, der Nährstoffe gut speichern kann. In schwerer, nasskalter Erde werden die Wurzeln gewöhnlich von Pilzen geschädigt. Bei einer Standweite von 50 x 50 cm können sich die Paprikapflanzen prächtig entwickeln. Die erste Blüte [Königsblüte] wird entfernt : Die Pflanze muss erst noch wachsen, damit sich der darauf folgende Blüten- und Fruchtansatz zufrieden stellend entwickelt. Da die heutigen Sorten sehr reich tragend sind, sollte den Paprikapflanzen mit Schnüren, Stäben oder Drähten Halt gegeben werden. Die Paprikapflanze verliert die Knospen, wenn es ihr unbehaglich wird : Verantwortlich können sowohl Hitze als auch Kälte, Trockenheit oder Staunässe, Lichtmangel oder ein Stickstoffüberschuss sein. Als Südländerin entwickelt sie sich bei Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius am besten. Neben Spinnmilben, Blattläusen und Weißer Fliege kann eine Vielzahl von Viren die Gemüsepaprika heimsuchen : Die Schadbilder eines Virenbefalles sind verformte Blätter mit hellen Flecken oder mosaikartigen Mustern und verformte, verkümmerte Früchte. Meist leidet die ganze Pflanze und stirbt ab. Viren können nicht direkt bekämpft werden. Bei Befallsverdacht sollte die Pflanze sofort entfernt und über den Restmüll entsorgt werden. Viren werden durch Berührung, Pflegemaßnahmen und vor allem durch tierische Schädlinge wie Blattläuse und Thripse übertragen.

Rhabarber

Rhabarber, eine sogenannte Rhizomstaude, entwickelt auf bis zu 60 cm langen und 3-5 cm breiten, glatten und kahlen Stielen seine Blätter. Genutzt werden die Blattstiele, die sogenannten "Rhabarberstangen"; diese sind grünstielig-grünfleischig, rotstielig-grünfleischig oder rotstielig-rotfleischig. Obwohl botanisch ein Gemüse, wird Rhabarber ausschließlich als Dessert verzehrt. Bereits vor 4000 bis 5000 Jahren soll die Rhabarberpflanze in China medizinisch genutzt worden sein. Doch erst im 18. Jahrhundert lernte man, zuerst in England, die fleischigen Blattstiele zu nutzen. Heute wird Rhabarber in allen gemäßigten Zonen der Erde angebaut. Die Haupterntezeit ist April bis Juli. Davor, von Dezember bis April, kommt die Ware aus dem Treibhaus, ergänzt durch Lieferungen auch aus den Niederlanden und Belgien. Rhabarberstangen enthalten vorwiegend Apfel- und Zitronensäure und verhältnismäßg wenig Oxalsäure. Letztere, verantwortlich für den sauren Geschmack des Rhabarbers, ist in den reifen, handförmig gelappten Blättern in erheblichen Mengen vorhanden, die deshalb nicht gegessen werden dürfen. Die übrigen Inhaltsstoffe sind: Stärke, Pektin, Eiweiß, Gerbstoffe, Fett, Calcium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Natrium, Provitamin A, Vitamin B1, B2, B6 und C. Der saure Rhabarber ist verdauungsfördernd und bakterizid.
Rhabarber hat eine abführende Wirkung. Wegen seiner blutreinigenden und darmregulierenden Wirkung wird er deshalb gerne für entschlackende Frühjahrskuren verwendet. Wie Spargel in ein feuchtes Tuch gewickelt, hält er sich einige Tage im Kühlschrank.
Rhabarber wird immer gekocht verzehrt. Die Stangen werden gewaschen, von Stielenden und Blattansätzen befreit und zerkleinert. Rhabarber eignet sich für das erste frische, feine Kompott im Frühjahr, Desserts, Kuchen- und Tortenbelag, Rhabarberkaltschale und Fruchtgrütze.
Anbautipps:
Nur sonnig, Boden leicht sauer, tiefgründig, feucht, humos, sandig-lehmig (Tiefwurzler). Keine Staunässe. Steht gut in Nähe des Komposthaufens oder in Teichnähe. In diesem Falle ist keine Düngung notwendig. Starkzehrer. In trockenen Böden 2 cm unter der Erdoberfläche, in feuchten abschliessend mit ihr einpflanzen. Danach dicke Kompostdecke darüber breiten. Pflanzabstand 1,20 m. Düngen mit Kompost, Pflanzenjauche, Hornmehl, Knochenmehl, Stallmist. Benötigt viel Raum bis zu 1 qm. Im Sommer giessen, nach der Ernte düngen, mit Kompost und Pflanzenjauche. Mulchen mit Kompost und Tannennadeln. Nach Johanni (24.6.) nicht mehr ernten, der Oxalgehalt steigt im Juni um 20% an. Erntereif sind die Stängel, wenn das Blattgewebe zwischen den Rippen nicht mehr gewellt ist, sondern glatt. Stängel immer an der Basis anfassen und mit leichtem Ruck herausdrehen, Blütenansätze sofort entfernen. Erste volle Ernte drei Jahre nach Pflanzung. Standzeit etwa 8 - 10 Jahre, danach den Stock teilen und an anderer Stelle neu pflanzen. Wird er alle paar Jahre geteilt und mit viel Kompost neu gepflanzt, ist der Ertrag deutlich höher. Im Herbst alle Blätter und Stängel entfernen. Verfrühen ab Mitte Januar: Eimer über die Pflanze stülpen, mit Stroh o.ä. umfüttern und eine Folie darüber legen oder einen noch grösseren Eimer darüber stülpen, damit die Isolierung trocken bleibt. Oder frischen Pferdemist rund um die Pflanze geben. Auch Schlitzfolie über die Pflanze verfrüht die Ernte. Erntebeginn Ende 2. Rotstielige und rotfleischige Sorten sind aromatischer, milder, haben weniger Oxalsäure und Nitrat, sind aber nicht so ertragreich. Auch im Schatten verdoppeln sich die Nitratwerte. Gewinnung neuer Pflanzen durch Wurzelteilung. Mit dem Spaten ein 1 kg-Stück mit mehreren Knospen abstechen, die Schnittstelle etwas antrocknen lassen und einpflanzen in ein gut vorbereitetes Pflanzloch (40 cm tief ausheben, Erde verbessern). Mischkultur: Hülsenfrüchte, Kohl, Salat, Spinat. - Unter den grossen Blättern verbergen sich die Schnecken gern.

Rosenkohl

Enthält viel Kalzium und Kalium, Carotinoide, Fluor, Kupfer, Magnesium, Mangan, Zink und Eisen, Vitamin A, B1(!) wird aber durch Einfrieren stark vermindert, Vitamin B2, C(!), E, K, Folsäure (!), Glucosinolate, viele Biophenole, Sinigrin (Bitterstoff), Indole, Eiweiss. Je grüner die Röschen, desto nährstoffreicher. Durch Frost wird viel Zucker in den Röschen abgelagert, gleichzeitig schwindet jedoch der Vitamin-C-Gehalt. Nicht weich kochen. - Frische Ware hat feste, enganliegende grüne Deckblättchen. Die meisten Sorten sind geeignet zum Einfrieren.
Anbautipps:
Lehmiger Boden wird bevorzugt, pH 6,0 - 7,5. Nachfruchtpflanze, z:B. nach Erbsen oder Frühkartoffeln, etwa am 10.6., spätestens Ende Juni, anpflanzen auf abgeernteten Beeten, Pflanzabstand 50 x 60 oder 70 x 50 cm. Bis zum Blattansatz eingraben. Frühe Sorten haben weniger Umblatt, dann genügen 45 x 45 cm. Weiter Abstand gibt grosse, aber nicht frostfeste Röschen. Zu enger Abstand führt leicht zur Fäule. Später können sie leicht angehäufelt werden. Feucht halten, zwei- bis dreimal Kopfdüngung mit Brennessel-/Beinwelljauche. Bevorzugt wird ein kühler Sommer, hohe Luftfeuchte und warmer Herbst mit etwa 10 - 12°. Hoher Nährstoffbedarf, aber nicht überdüngen, sonst werden Röschen nicht fest und erleiden Geschmackseinbusse. Mit Stickstoff überdüngte Pflanzen sind nicht standfest, weil nicht genug Wurzeln gebildet werden. Nährstoffmangel wird durch Blattverfärbung angezeigt. Wenn die unteren Röschen bei Frühsorten Haselnussgrösse erreicht haben, etwa Mi 9, die Spitze über einem grossen Blatt ausbrechen, dadurch werden der Wuchs gedrungener und die Röschen grösser. Wird das erst nach September gemacht, wird aber auch die Frosthärte geringer. Bei früherem Ausbrechen werden die Röschen gross, bleiben aber locker. Die abgebrochenen Spitzen können wie Wirsing zubereitet werden. - Spätsorten (Ernte 11 - 12) nicht entspitzen, sie können Kälte dann nicht mehr gut vertragen. Bei allen Sorten wirkt das Entspitzen sich auf die Röschen in der Weise aus, dass sie lockerer werden. Niemals die Blätter entfernen, ausser den gelben, die möglicherweise Krankheiten übertragen. Von unten nach oben ernten. Werden die unteren Röschen nicht früh genug geerntet, können sie ggf. durchtreiben. Ausserdem werden die oberen Röschen angeregt, weiter zu wachsen. Die Deckblätter müssen bis in den Winter hinein erhalten bleiben. Werden die Röschen abgeschnitten, wachsen kleine wohlschmeckende Blätter nach. Düngung mit Holzasche oder Mischkultur mit Kamille gibt feste Röschen. Gruppenpflanzung, etwa 60 x 50 cm Abstand, gibt gleichmässige Röschen und besseren Winterschutz. Im September anhäufeln, ggf. giessen, bei Anpflanzung ohne Windschutz Pflanzen an Stöcker binden. Im August/September ist die Kohlfliege am gefährlichsten. Sie legt die Eier an den unteren Röschen ab (Madenfrass). Frost macht den Kohl milder im Geschmack verringert aber den Vitamin - C - Gehalt und erhöht den Zuckergehalt. Manche Sorten vertragen bis -15°. Sind Herzblätter braun, kann man von Frostschäden ausgehen. Nach Frost muss er schnell verarbeitet werden, sonst verringert sich die Haltbarkeit. Mehrfaches Frieren und Auftauen führt zur Fäulnis. Guter Schutz gegen Kälte durch ein Vlies, das auf einem Lattengerüst o.ä. ruht. Nicht im gefrorenen Zustand ernten. Mit Fichtenreisig oder Rohrmatten gegen die Sonneneinstrahlung bedecken. Um den Rosenkohl vor Regen, Kälte und Sonnenstrahlen zu schützen, kann man ihn auch verarbeiten und einfrieren oder die gesamten Pflanzen vorsichtig ausreissen und mit allen Wurzeln und der anhaftenden Erde in Hausnähe, aber im Schatten, einschlagen, anhäufeln und einschlämmen. Auf diese Weise sind sie etwa 8 Wochen haltbar. - Beim Lagern im Keller fernhalten von Obst und Fruchtgemüse (Ethylen). Mischkultur: Dill, Kartoffeln, Rote Bete, Sellerie.

Rotkohl

Rotkohl gehört zu der botanischen Familie der Kreuzblütler, (Cruciferae oder Brassicaceae). Der Rotkohl ist im wesentlichen identisch mit dem Weißkohl. Sein Kopf ist noch etwas fester gewachsen als der des Weißkrauts. Seine Farbe erhält er durch den wasserlöslichen Farbstoff Anthocyan, ein Stoffwechselprodukt. Der Rotkohl selbst hat die gleichen Unterscheidungsmerkmale wie der Weißkabis. Man unterscheidet, wie bei seinen weißblättrigem Verwandten, verschiedene Kopfformen und Anbauzeiten. Rotkohl und Weißkohl sind sich auch inhaltlich sehr ähnlich. Beim Blaukraut sind lediglich die Selen- und Vitamin-C-Werten etwas höher und die Carotin-Werte etwas niedriger als beim Weißkohl.
Anbautipps:
Schwerer Boden, nährstoffreich, feucht und humos. Er sollte am besten im Vorjahr mit viel Kompost und Steinmehl vorbereitet sein. Beim Pflanzen etwas Algenkalk zugeben ins Pflanzloch. Später zusätzlich mit Brennesseljauche (fördert aber den Kohlweisslingbefall) düngen. Sonnige, nicht zu trockene Lage. Sie sind grosse Zehrer und brauchen angemessenen Platz. Andererseits ist übermässige Düngung zu vermeiden, man verteilt den Dünger über die Vegetationsperiode. Tief pflanzen, Abstand 50 x 50 cm, später etwas anhäufeln. Immer den Boden mulchen und feucht halten, vor allem beim Rotkohl, der sonst nach oben wächst. Die frühen Sorten sind immer für den alsbaldigen Verbrauch bestimmt. Die späten Sorten sollten solange wie möglich im Freiland verbleiben, bis der Frost dem ein Ende bereitet. Die Mischkultur mit Tomaten oder Sellerie hat sich bewährt gegen den Kohlweisslingbefall. Andere gut Begleitpflanzen sind Buschbohnen, Erbsen, Gurken, Kamille, Kartoffeln, Kümmel, Porree, Salat, Spinat. Ungünstig sind auf jeden Fall andere Kreuzblütler, vor allem der Senf, der Kohlhernie übertragen kann. Er darf weder als Vor- und Nachkultur noch als Mischkultur verwendet werden. Weisskohl mit Salat oder Bohnen zusammen anbauen. Ausserdem sind gute Nachbarn: Erbsen, Gurken, Porree, Spinat, Sellerie, Radies, Rettich, Tomaten. Butterkohl wie Wirsing, Anbau A 4 - M 7, auch im Halbschatten, Ernte ab September. Die Ernte kann beginnen, wenn die Köpfe dem Daumendruck nicht nachgeben. Nur frostfest bis wenige Minusgrade.

 

Tomaten

Tomaten enthalten viel Vitamine A, B 2, B 6, C (!), Biotin, Folsäure, Niacin, Thiamin, Pantothensäure; Alpha- und Beta-Carotin, Kalium (!), Chlorogensäure, drei wertvolle Fruchtsäuren, Glykoalkaloide, Glykoproteine, Lignin, Lutein, Lycopin (nur in roten Tomaten), P-Kumarin, 10 Spurenelemente (Chrom!), vor allem Silizium; Tyramin, Zeaxanthin. Die ganze Pflanze wirkt gegen Bluthochdruck. Wie bei fast allen Pflanzen sitzen in der Haut besonders viele Wirkstoffe, bei den Flavonoiden ist die Menge 400 bis 500 mal so gross wie im Fruchtfleisch. - Tomaten niemals im Kühlschrank aufbewahren, Aroma und Süsse gehen weitgehend verloren. Tomaten sollten ganzjährig genossen werden, im Winter als Saft, das Lycopin ist eines der besten Mittel gegen das Krebsrisiko. Die möglichen Schädigungen durch Nitratbelastung von Gemüse werden reduziert.
Anbautipps:
Humoser, kräftig gedüngter, durchlässiger, tiefgründiger, warmer Lehmboden, kalkhaltig, feucht, locker, neutral, um pH 6, viel Sonne, aber keine glühende Hitze. Am besten geeignet ist Kompost. Er ist am wirkungsvollsten, wenn er nur halbverrottet, aber durchgehend schwarz gefärbt ist. Die ehemalige Gewebestruktur kann noch zum Teil erhalten sein. Genügend Kalk sollte immer vorhanden sein, die Früchte schmecken dann besser. Temperaturen über 30° sollten die Tomaten nicht längere Zeit ausgesetzt sein. Die Tomaten wurzeln bis über 1 m tief in der Erde, deshalb mindestens zwei Spaten tief lockern. Oder einen Graben, einen Spaten tief und zwei Spaten breit ausheben, und den unteren Teil der Pflanze mit Wurzelballen dort entblättert hineinlegen. Den oberen Teil ganz vorsichtig hochbiegen und anbinden. Diese Massnahme empfiehlt sich vor allem, wenn die Tomaten zu früh ausgesät wurden und geil geworden sind. In jedem Fall bilden sich innerhalb weniger Wochen Adventivwurzeln am unteren Teil mit der Folge, dass die Pflanze danach schnell Höhe gewinnt und reichhaltige Früchte ausbildet. Sie kann zweitriebig kultiviert werden. Starkzehrer, jedoch sollte erst nach Fruchtansatz stärker gedüngt werden, sonst verzögert starkes Wachstum Fruchtansatz und -reife. Sonnige, geschützte Lage, z.B. unter einem Dachvorsprung gegen Einnässung durch Regen. Vor Mauer in Südlage günstig. Ggf. in kühler Witterung eine Folienkonstruktion rund um das Tomatenbeet anfertigen Auspflanzung nach den Eisheiligen. Löcher 25 cm tief ausheben, unteres Blattpaar entfernen, die Pflanze tiefer als vorher und den Wurzelballen schräg setzen. Kompost, Knochen- und Hornmehl oder Guano in das Pflanzloch geben, ggf. mit einigen Senfkörnern. Pflanzabstand 60 x 80 - 100 cm, Buschtomaten 40 x 50 cm. Nach dem Auspflanzen nur mässig giessen, um die Wurzelbildung anzuregen. Viel Sonne und Wärme. Bei Fruchtbildung sind häufige, aber mässige Wassergaben notwendig, die Früchte werden dadurch aromatischer. Höchstens 3 Haupttriebe stehen lassen, immer ausgeizen (mit der Hand ausbrechen), sobald diese Nebentriebe 5 - 10 cm lang sind, nur nicht bei den Buschtomaten, aber auch die Triebe an der Spitze von Blütenständen entfernen. Nur Wurzelbereich giessen, niemals die Blätter, Wasser muss angewärmt sein. Mulde aus Erdreich um die Tomaten formen oder Blumentöpfe zum Giessen ins Erdreich einlassen. Hügelbeete sind vorteilhaft, auch Pflanzung auf Erdwällen, damit wird Krankheiten vorgebeugt, die durch feuchte (Boden-)Luft begünstigt werden, und die Reife verfrüht. Die Jemen-Methode: Zwei Hügel aus Pferdemist, Rinderdung und Kompost 40 cm hoch anlegen mit 60 cm Zwischenraum. Die Mulde dazwischen mit 2 cm dicker Lehmschicht auskleiden. Die Tomatenpflanzen wachsen auf den Hügeln. Den lehmgestampften Zwischenraum füllt man morgens mit Wasser. Das bewirkt eine Fruchtbarkeit von oftmals 1 Zentner per 3 Pflanzen.

Weißkohl

Der Weißkohl gehört zu der botanischen Familie der Kreuzblütler, (Cruciferae oder Brassicaceae). Seine weiß-grünen Blätter sind mit einer feinen Wachsschicht überzogen, wodurch sie leicht glänzen.
Die Blätter bilden Kopfformen, die plattrund, flachrund, rund, hochrund, ballonförmig oder eierförmig gewachsen sein können. Man unterscheidet die verschiedenen Weißkohlsorten in Früh-, Mittelfrüh-, Herbst- und Dauer- bzw. Winterkohl. Der Spitzkkohl ist ein Frühkohl und gilt wegen seines feinen Geschmacks als Delikatesse. Zu den Sommerspitzkohlsorten gehört auch das Fliederkraut. Es wird fast nur für die industrielle Sauerkrautherstellung verwendet. Nach einem alten Hausfrauenrezept wird das Kraut dazu in dünne Streifen gehobelt, gesalzen und solange gestampft, bis das Kraut im eigenen Saft steht. Danach wird es mit einem feuchten Tuch abgedeckt und beschwert. Nach einigen Tagen Lagerung in einem kühlen Raum ist es dank eines chemischen Prozesses, der Milchsäuregärung zu einem leicht verdaulichen und nährstoffreichen Gemüse geworden. Das Sauerkraut ist vor allem für vegan lebende Menschen wichtig. Bei der Lagerung entwickelt sich durch Gärungsfermentation das Vitamin B12, Cobalamin. Dieses Vitamin kommt sonst nur in tierischen Produkten vor. Weißkohl ist aus botanischer Sicht ein Sproß mit gestauchter Sproßachse. Der Kohl verdankt dieser klimatisch bedingten Eigenschaft seine kugelige, kompakte Form. Kaltes, feuchtes Wetter mit Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht von mindestens 5°C hämmen sein Wachstum in die Höhe. Kohl aus tropisch, warmen Ländern wird darum nicht so kompakt und schwer. Der in Ostasien als White cabbage sprout bezeichneter Weißkohl, wird durch das warme Klima schneller reif und bleibt sehr klein.
Anbautipps:
Schwerer Boden, nährstoffreich, feucht und humos. Er sollte am besten im Vorjahr mit viel Kompost und Steinmehl vorbereitet sein. Beim Pflanzen etwas Algenkalk zugeben ins Pflanzloch. Später zusätzlich mit Brennesseljauche (fördert aber den Kohlweisslingbefall) düngen. Sonnige, nicht zu trockene Lage. Sie sind grosse Zehrer und brauchen angemessenen Platz. Andererseits ist übermässige Düngung zu vermeiden, man verteilt den Dünger über die Vegetationsperiode. Tief pflanzen, Abstand 50 x 50 cm, später etwas anhäufeln. Immer den Boden mulchen und feucht halten, vor allem beim Rotkohl, der sonst nach oben wächst. Die frühen Sorten sind immer für den alsbaldigen Verbrauch bestimmt. Die späten Sorten sollten solange wie möglich im Freiland verbleiben, bis der Frost dem ein Ende bereitet. Die Mischkultur mit Tomaten oder Sellerie hat sich bewährt gegen den Kohlweisslingbefall. Andere gut Begleitpflanzen sind Buschbohnen, Erbsen, Gurken, Kamille, Kartoffeln, Kümmel, Porree, Salat, Spinat. Ungünstig sind auf jeden Fall andere Kreuzblütler, vor allem der Senf, der Kohlhernie übertragen kann. Er darf weder als Vor- und Nachkultur noch als Mischkultur verwendet werden. Weisskohl mit Salat oder Bohnen zusammen anbauen. Ausserdem sind gute Nachbarn: Erbsen, Gurken, Porree, Spinat, Sellerie, Radies, Rettich, Tomaten. Butterkohl wie Wirsing, Anbau A 4 - M 7, auch im Halbschatten, Ernte ab September. Die Ernte kann beginnen, wenn die Köpfe dem Daumendruck nicht nachgeben. Nur frostfest bis wenige Minusgrade.

Zucchini

Die Zucchini gehört zu der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie stammt ursprünglich vom Riesenkürbis ab. So stand der Riesenkürbis bei der Namensgebung für die Zucchini Pate, denn Zucchini ist die Verkleinerungsform von dem italienischen Wort für Kürbis - Zucca. In Italien ist die im Handel angegebotene Vielfalt, der leicht nußig schmeckenden Beerenfrucht am größten. Von dort kommen auch, die in Amerika "Goldrush" genannten, leuchtend gelben Zuccchini zu uns in den Handel. Die Mini- oder Babyzucchini sind leicht mit den Rondini zu verwechseln. Beide spielen bei uns in der Küche eine eher untergeordnete Rolle. Im gesammten Mittelmeerraum dagegen, insbesondere in Italien, sind die jung geernteten Zucchini sehr beliebt. Bei uns hingegen ist die Zucchini erst seit Ende der sechziger Jahre nach und nach immer beliebter geworden. So ist es nicht weiter verwunderlich, daß bei uns im Handel vorwiegend nur die bekannte grünfarbene, 10-20cm lange, walzenförmige Zucchini angeboten wird.
Anbautipps:
Lockerer, humusreicher Boden mit guter Bodengare. Starkzehrer, liebt org. Dünger. Anbau wie Gurken, pH 6,5 - 7. Am besten geeignet ist Kompost. Zucchini sind selbstunverträglich, deshalb nicht an gleicher Stelle erneut anpflanzen. Vorkultur: Spinat. Mischkultur mit Basilikum, Bohnen, Borretsch, Erbsen, Kapuzinerkresse (hält Blattläuse und Schadkäfer ab), Kopfsalat, Mairüben, Mangold, Radies, Roter Bete, Spinat, Stangenbohnen, Zuckermais, Zwiebeln, aber genug Abstand einhalten. Ungünstig sind Gurken, Kartoffeln, Rettiche, Tomaten. Vor Frost, Kälte und Wind schützen. Junge Pflanzen werden von Schnecken heimgesucht. Aufbewahrung etwa 14 Tage lang möglich, aber die Temperatur von 10° darf nicht unterschritten werden, sonst werden sie bitter und weich. - Enthalten Vitamin A, B1,2. - Zucchini mit Einleggurkenlänge eignen sich genau so gut zum Einlegen.